Balintgruppe Frankfurt

Die Gruppe

In der Balintgruppe treffen sich Ärzte und Psychotherapeuten, um in offener und freundlicher Atmosphäre ohne Ratschläge und Belehrungen über die Höhen und Tiefen von einzelnen Arzt-Patient-, bzw. Therapeut-Patient-Beziehungen zu sprechen.

Diese patientenzentrierte Beziehungsbetrachtung ist ein sehr wirksames Instrument, um
•    neue Aspekte in einer möglicherweise eingefahrenen Sicht über den Patienten gewinnen zu können
•    mehr Sicherheit und Souveränität im Umgang mit komplizierten Patienten zu erlangen
•    mehr Zufriedenheit mit der eigenen Arbeit zu genießen
•    Psychohygiene für den Behandler zu erreichen und damit eine effektive Burnout-Prophylaxe

 

Meine Gruppen

Zur Zeit leite ich 3 fortlaufende Gruppen:


monatlich mittwochs abends:

Eine Gruppe findet  mittwochs von 19.00 bis 20.30 Uhr (= 1 Doppelstunde) i. d. R. am 2. Mittwoch des Monats in der hausärztlichen Praxis Dr. Nowak und Dr. Eckhardt, Kranichsteinerstr. 20  in Sachsenhausen-Süd  statt.
Die Praxis ist sowohl mit öffentlichen Verkehrsmitteln (5 Minuten Fußweg von Südbahnhof oder Lokalbahnhof) als auch mit dem Auto (Nähe Autobahnanschluss A 3 und A 661) gut zu erreichen.

monatlich samstags vormittags:

Eine weitere Gruppe findet ca. 1 Mal im Monat samstags vormittags im Westend statt.


Klinikgruppe des Waldkrankenhauses Köppern 14-tägig donnerstags mittags:

Für die psychologischen und ärztlichen Mitarbeiter der Psychiatrischen Klinik Vitos Hochtaunus biete ich eine regelmäßige Reflektionsmöglichkeit alle zwei Wochen an.

Als Balintgruppenleiterin bin ich sowohl von der Deutschen Balintgesellschaft als auch von der Hessischen Landesärztekammer anerkannt und kann pro Doppelstunde 3 Fortbildungspunkte vergeben.

Balintgruppen sind heute den meisten Ärzten vertraut.
Die Teilnahme an einer Balintgruppe ist inzwischen in verschiedenen Weiterbildungsordnungen als verpflichtender Bestandteil verankert. Die ersten Balintgruppen fanden 1950 in London statt.
Der damals bereits sehr angesehene Psychoanalytiker Michael Balint aus Ungarn hatte ein Konzept entwickelt, um Allgemeinärzten eine Möglichkeit zu bieten, die psychischen Prozesse, die sich zwischen Patient und Arzt abspielen, besser verstehen zu können. Dabei wird besonderer Wert darauf gelegt, Zugang zur unbewussten Dynamik zu erlangen. Dies geschieht, in dem ein psychoanalytisches Setting geschaffen wird, in welchem nicht Fakten und Aufzeichnungen im Vordergrund stehen, sondern die individuelle Arzt-Patient-Beziehung ganz subjektiv und aus der reinen Erinnerung (ohne Nachlesen in den Akten) im Kollegen-Kreis vorgestellt wird.
Die Gruppe beginnt dann – ähnlich der freien Assoziation in der Psychoanalyse – Fantasien zu entwickeln und Gedanken zu spinnen über das, was der Kollege vorgestellt hat.
Dabei entsteht in der Gruppe ein Abbild der unbewussten Prozesse der geschilderten Arzt-Patient-Beziehung.
Regelmäßig entwickeln sich auch sehr differente Gefühle und Einschätzungen der Teilnehmer gegenüber dem Gehörten.
Balint konstatierte, dass dadurch die unterschiedlichen Facetten der geschilderten Beziehung zum Ausdruck kommen, die ja in der Regel einige Ambivalenzen birgt.
Alle Äußerungen der Teilnehmer sind hilfreich – auch wenn sie zunächst abwegig erscheinen können, ein differenzierteres Bild vom Patienten und der Beziehung zwischen dem Arzt und dem Patienten zu gewinnen.
Balintgruppen werden auch als patientenzentrierte Selbsterfahrung bezeichnet, denn der Arzt lernt sich selbst in seinen Reaktionsbereitschaften besser kennen.
Er lernt zunehmend zu unterscheiden, was er selbst mitbringt in eine Begegnung und was vom Patienten ausgeht.
Ziel ist dabei nicht, dass der Arzt seine eigenen Gefühle „abschaltet“, sondern im Gegenteil, dass es gelingt, die eigenen Gefühle und Befindlichkeiten deutlicher wahrnehmen, reflektieren und einordnen zu können, um im Sinne der Abstinenz professionell arbeiten zu können und im Sinne der Psychohygiene auch wieder Abstand nehmen zu können.

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